Nachkontrolle nach Herzinfarkt
Ein Herzinfarkt stellt für Betroffene eine erhebliche gesundheitliche Belastung dar. Auch nach erfolgreicher Akutbehandlung im Krankenhaus ist eine regelmäßige kardiologische Nachkontrolle notwendig. Ziel dieser Nachkontrollen ist es, den weiteren Heilungsverlauf zu beurteilen, mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen und die medikamentöse sowie allgemeine Therapie bei Bedarf anzupassen.
In meiner kardiologischen Ordination in Linz führe ich strukturierte Nachkontrollen nach Herzinfarkt durch. Diese orientieren sich an der individuellen Vorgeschichte, der im Krankenhaus durchgeführten Behandlung sowie am aktuellen Gesundheitszustand.
Warum sind Nachkontrollen nach einem Herzinfarkt wichtig?
Nach einem Herzinfarkt kann es zu bleibenden Veränderungen der Herzfunktion und der Herzkranzgefäße kommen. Auch bei zunächst stabilem Verlauf besteht ein erhöhtes Risiko für Folgeprobleme wie erneute Durchblutungsstörungen, Herzrhythmusstörungen oder eine Einschränkung der Herzleistung.
Regelmäßige kardiologische Nachkontrollen dienen dazu,
- den Zustand des Herzmuskels zu beurteilen
- mögliche Herzrhythmusstörungen frühzeitig zu erkennen
- die Wirksamkeit und Verträglichkeit der verordneten Medikamente zu überprüfen
- die körperliche Belastbarkeit realistisch einzuschätzen
- das Risiko weiterer kardiovaskulärer Ereignisse zu reduzieren
Eine strukturierte Nachsorge trägt wesentlich zur langfristigen Stabilisierung nach einem Herzinfarkt bei.
Wann sollte eine Nachkontrolle erfolgen?
Der Zeitpunkt der kardiologischen Nachkontrollen nach einem Herzinfarkt richtet sich nach dem individuellen Krankheitsverlauf. Maßgeblich sind unter anderem das Ausmaß des Infarkts, die im Krankenhaus durchgeführte Behandlung (z. B. Stentimplantation), bestehende Begleiterkrankungen sowie das aktuelle Beschwerdebild.
Als Orientierung erfolgt die erste ambulante kardiologische Nachkontrolle in der Regel etwa 2 bis 6 Wochen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus. Dabei wird beurteilt, wie sich die Herzfunktion entwickelt, ob die medikamentöse Therapie gut vertragen wird und wie belastbar der Patient aktuell ist.
Weitere Kontrollen werden abhängig vom Verlauf festgelegt. Häufig erfolgt eine erneute Kontrolle nach etwa 3 bis 6 Monaten. Bei stabilem Befund und gutem Allgemeinzustand sind anschließend halbjährliche bis jährliche kardiologische Kontrollen ausreichend.
Unabhängig von geplanten Kontrollterminen sollte eine zeitnahe kardiologische Abklärung erfolgen, wenn neue oder zunehmende Beschwerden wie Brustschmerzen, Luftnot, Herzstolpern, Schwindel oder ein deutlicher Leistungsabfall auftreten.
Welche Untersuchungen werden bei der Nachkontrolle durchgeführt?
Welche Untersuchungen im Rahmen der Nachkontrolle sinnvoll sind, wird individuell entschieden. Nicht alle Untersuchungen sind bei jeder Kontrolle notwendig.
Je nach Fragestellung können unter anderem folgende Untersuchungen durchgeführt werden:
- ausführliche Anamnese und klinische Untersuchung
- Ruhe-EKG
- Echokardiographie (Herzultraschall)
- Belastungs-EKG (Ergometrie)
- 24-Stunden-Blutdruckmessung
- Langzeit-EKG bei Verdacht auf Herzrhythmusstörungen
- gegebenenfalls Laborkontrolle, z. B. Blutfettwerte (Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin, Triglyzeride), Blutzucker bzw. HbA1c sowie Nierenwerte zur Verlaufskontrolle unter medikamentöser Therapie
Ziel ist es, den aktuellen Zustand des Herzens möglichst genau zu beurteilen und die weitere Betreuung entsprechend anzupassen.
Wann darf ich mich wieder körperlich belasten?
Wann und in welchem Ausmaß körperliche Belastung nach einem Herzinfarkt möglich ist, hängt vom individuellen Krankheitsverlauf ab. Entscheidend sind unter anderem das Ausmaß des Infarkts, die Herzfunktion, bestehende Beschwerden sowie Begleiterkrankungen.
Alltägliche Aktivitäten wie Gehen, leichte Hausarbeit oder kurze Spaziergänge sind in der Regel bereits früh nach der Entlassung aus dem Krankenhaus möglich, sofern keine Beschwerden auftreten.
Leichte körperliche Aktivität kann häufig nach einigen Wochen wieder aufgenommen werden. Eine schrittweise Steigerung der Belastung ist dabei wichtig. Intensivere körperliche Belastungen oder sportliche Aktivitäten sollten erst erfolgen, nachdem die Belastbarkeit kardiologisch beurteilt wurde.
Zur sicheren Einschätzung der körperlichen Belastbarkeit kann ein Belastungs-EKG (Ergometrie) sinnvoll sein. Dabei lässt sich feststellen, welche Belastungsintensität aktuell vertragen wird und ob Einschränkungen bestehen.
Bei neuen oder zunehmenden Beschwerden wie Brustschmerzen, Luftnot, Schwindel oder Herzrhythmusstörungen sollte körperliche Belastung pausiert werden und eine kardiologische Abklärung erfolgen.
Häufige Fragen nach einem Herzinfarkt
Ist Herzstolpern nach einem Herzinfarkt normal?
Herzstolpern oder ein unregelmäßiger Herzschlag können nach einem Herzinfarkt auftreten und sollten kardiologisch abgeklärt werden, insbesondere wenn sie neu auftreten oder zunehmen.
Muss ich nach einem Herzinfarkt dauerhaft Medikamente einnehmen?
In den allermeisten Fällen ist eine langfristige medikamentöse Therapie erforderlich. Ob Anpassungen möglich sind, wird im Rahmen der regelmäßigen Nachkontrollen beurteilt.
Wann sollte ich mich kurzfristig wieder melden?
Bei neuen oder zunehmenden Beschwerden wie Brustschmerzen, deutlicher Luftnot, Schwindel oder Herzrhythmusstörungen sollte zeitnah eine kardiologische Abklärung erfolgen.
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